Umweltzerstörung

Einführung

„Unser Planet ist unser Zuhause, unser einziges Zuhause. Wo sollen wir denn hingehen, wenn wir ihn zerstören?“

Dalai Lama im Gespräch mit Franz Alt

Diese Worte des Dalai Lama sind universell gültig: Es gibt keinen zweiten Planeten, auf den man ausweichen kann, wenn man es sich mit der Erde verscherzt hat. Jeder Mensch kann etwas für den Umweltschutz und gegen die Zerstörung der Umwelt tun. Damit die Umweltzerstörungen aber nicht weiterhin so massiv voranschreiten wie aktuell, muss sich auch global etwas bewegen in Politik und Wirtschaft. Ein ‚weiter so‘ scheint nicht mehr möglich angesichts der verheerenden Auswirkungen des menschlichen Einflusses auf das ökologische System.


Klima-Ungerechtigkeiten

Während die Menschen im globalen Norden durch ihren Lebensstil für den Großteil des Klimawandels und die Ausbeutung von Ressourcen verantwortlich sind, treffen die ökologischen, aber auch sozialen Auswirkungen vor allem die Menschen im globalen Süden. Auch wenn manche Diskussionen gern Ökologie und Soziales gegeneinander ausspielen, so hängt beides doch aufs Engste miteinander zusammen. Wollen wir eine globale Gesellschaft, die gerecht ist, müssen wir die Probleme benennen – und nach sozialverträglichen, nachhaltigen Lösungen suchen.

Die Zerstörung des Regenwalds ist solch ein globales Thema!

Sowohl in den Regenwaldgebieten im Westen und Süden des afrikanischen Kontinents, als auch im südamerikanischen Amazonasgebiet sind die sozialen und ökologischen Auswirkungen der Regenwaldrodungen längst spürbar: Der Wasserkreislauf ist zerstört, der Boden verschlechtert sich zusehends, Menschen werden aus ihrer Heimat vertrieben, Tiere verlieren ihren Lebensraum. Und wozu? Für mehr Acker- und Weideland und die Ausbeutung von Bodenschätzen, wie Erdöl oder Eisenerz. Die Konsequenzen sind dramatisch für die gesamte Welt, denn so schlimm wie heute stand es noch nie um die Regenwälder unserer Erde.

Die Sozialistische Jugend Deutschlands – Die Falken, veranstalteten vom 11.-13. Januar 1991 mit vielen weiteren Organisationen, u. a. der Nicaragua-Solidarität Fürth/Juigapa e. V., Robin Wood, der SPD und den Grünen oder auch Pro Regenwald München, in Fürth ein „Forum für den Regenwald“. In Fachvorträgen, Arbeitsgruppen zu Weltwirtschaft oder Nicaragua, einem Tribunal „Rettet den Regenwald“ sowie einem kulturell-künstlerischen Rahmenprogramm näherten sich die Teilnehmer*innen der „Faszination Regenwald“ auf kritische Weise.

Der Künstler und Graphiker Klaus Staeck entwirft seit vielen Jahrzehnten kritische und kreative Plakate, so auch zur Zerstörung des Regenwaldes und dem Einfluss von Großkonzernen. Die Industrialisierung führte zu einer massiven Zerstörung und Abholzung des Regenwalds am Amazonas. Achtzig Prozent der Abholzung sind auf die agroindustrielle Landwirtschaft zurückzuführen (Rindfleisch, Palmöl, Zuckerrohr, Soja). Die Profiteure sind die westlichen Industrienationen, die Verlierer die Menschen in den Regenwaldgebieten – und langfristig die gesamte Erde.

Wangari Maathai und das Green-Belt-Movement

Until you dig a hole, you plant a tree, you water it and make it survive, you haven’t done a thing. You are just talking.“

„Bis du ein Loch gräbst, einen Baum pflanzt, ihn gießt und es schaffst, dass er überlebt, hast du nichts getan. Du redest nur.“

Wangari Maathai, Rede bei den Goldman Awards, San Francisco, 2006

Wangari Maathai (1940–2011) ist die bekannteste Umweltaktivistin Kenias und steht stellvertretend für den globalen Süden in unserer Ausstellung. Maathai war 2004 die erste Frau des afrikanischen Kontinents, die den Friedensnobelpreis erhielt. 1977 hatte die Biologie-Professorin und spätere Umweltministerin Kenias die Green Belt-Bewegung gegründet. Millionen von Bäumen wurden seitdem von Frauen gepflanzt, insbesondere in den ärmsten Regionen des Kontinents, die aber am stärksten von den Klimaschädigungen betroffen sind. Das Ziel: der Austrocknung der Böden durch die extensive Regenwaldrodung entgegenzuwirken. Außerdem rief Maathai eine Initiative ins Leben, die Frauen zu Imkerinnen, Försterinnen oder Nahrungsmitteltechnikerinnen ausbildet.


Atomkraft? Nein danke“

Das erste deutsche Atomkraftwerk in Karlstein am Main ging 1961 ans Netz. Atomenergie schien vor allem durch die Ölkrisen in den 1970er Jahren als vielversprechender Energieerzeuger, um die immer knapper werdenden fossilen Ressourcen zu schonen. Ein Argument, das auch heute angesichts umweltfreundlicher Energien immer wieder aufkeimt. Aber: Die Erzeugung von Atomstrom und vor allem die Lagerung von Atommüll birgt enorme Risiken!

Ab den 1960er Jahren Jahren formierten sich deshalb Anti-Atomkraft-Bewegungen – ab 1975 unter dem Motto Atomkraft? Nein danke!. Die Sorge vor einem möglichen Reaktorunfall und den Folgen von strahlendem Atommüll führte die Menschen auf die Straße. Dass ihre Befürchtungen nicht unbegründet waren, zeigte die – neben Fukushima – verheerendste Atom-Katastrophe mit Auswirkungen bis heute: der Reaktorunfall in Tschernobyl 1986. Auch die Arbeiter*innenjugend engagierte sich gegen Atomkraft.

So protestierte die Sozialistische Jugend Deutschlands – Die Falken beispielsweise gemeinsam mit vielen anderen in den 1980er Jahren gegen die Atom-Wiederaufbereitungsanlage in Wackersdorf. 

Inhalt (Cover): Anti-Atomkraft-Demonstration (1979).

Urheber*in: unbekannt

Nutzung: ©

Quelle: AAJB, Fotosammlung, 07/0128

 

Inhalt (unten): Aufkleber der Aktion: Atomkraft? Nein danke (1979)

Urheber*in: unbekannt

Nutzung: ©

Quelle: AAJB, Plakatsammlung, PL-D 85

Es gab Befürworter*innen von Atomkraft …
… bei der Arbeiter*innenjugend überwog die Kritik.
Protestsongs der Anti-Atomkraftbewegung

Weiterleitung zu einer externen Seite: https://www.youtube.com/watch?v=wr19nOzKf3Q

Fasia Jansen (1929–1997) wurde als uneheliche Tochter von Momulu Massaquoi (Generalkonsul Liberia) und Elli Jansen in Hamburg geboren. Ihre Diskriminierungserfahrungen in Kindheit und Jugend waren Gründe dafür, sich nach 1945 als Aktivistin für Frieden, Frauenrechte und andere Themen der Zeit einzusetzen. Bekannt geworden ist sie vor allem durch ihre politischen Lieder, so etwa dem Lied Verbrannte Erde in Deutschland, das sie im Rahmen der Ostermarschbewegung geschrieben hatte.

Weiterleitung zu einer externen Seite: https://www.youtube.com/watch?v=44OusrBrQ6I

Die Bürgeraktion Küste (BAK) drückte ihren Unmut über Atomanlagen und deren Auswirkungen auf Menschen und Umwelt in Gedichten und Liedern aus. Auf der 1976 erschienenen Langspielplatte Atomanlagen in Liedern und Gedichten ihrer norddeutschen Gegner finden sich Songs wie das Atomkrampfwerklied, der Brokdorf-Rag oder auch der Anti-Atomkraft-Gassenhauer Tödliche Strahlen – Platzt im Müllwerk mal ein Rohr!


Inhalt (1): Plakat der Bundesjugendkonferenz der BUND-Jugend zum Thema Giftmüll (1988/89)

Urheber*in: BUND-Jugend

Nutzung: ©

Quelle: AAJB, Plakatsammlung, PL-A 844

Inhalt (2): Aufruf der Sozialistischen Jugend Deutschlands – Die Falken (1987)

Urheber*in: Sozialistische Jugend Deutschlands – Die Falken

Nutzung: ©

Quelle: AAJB, Plakatsammlung, PL-A 623

Wegwerfgesellschaft

Seit den 1950er Jahren ist das Leben vieler Menschen ohne Plastik kaum noch vorstellbar – trotz des Wissens, dass Plastik nicht sonderlich schnell ‚verrottet‘: 450 Jahre braucht Plastik in etwa, bis es komplett zersetzt ist. Vor allem Plastikmüll im Meer, entstanden durch illegale Entsorgung, Fischfang, Abwasser u. ä., hat verheerende Folgen. Die Abfälle landen in den Mägen der Meerestiere, die daraufhin qualvoll verenden. Der Biologe Ed Carpenter prognostizierte schon 1972:

Plastik wird erst seit dem Zweiten Weltkrieg in großen Mengen hergestellt. Ich finde es erschreckend, dass es schon nach 25 Jahren mitten im Ozean auftaucht. Da fragt man sich doch, was wird erst in 50 oder 100 Jahren sein?

Ed Carpenter, 1972

Dieses Problem hat sich bis heute drastisch verschlimmert, auch wenn es aktuell verschiedene Versuche gibt, die Meere von Plastikmüll zu befreien.

Ebenso gefährlich für Umwelt und Menschen ist Plastikmüll, der zunächst nicht sichtbar ist: Mikroplastik. Gar nicht erst zu sprechen von dem Müll, der ohnehin gefährlich ist: chemische Toxine oder radioaktiver Abfall beispielsweise.

Die Arbeiter*innenjugendverbände machten schon früh auf die Folgen die Umweltverschmutzung durch Müll aufmerksam. So sammelten Falken-Gruppen bereits seit den 1920er Jahren Müll oder warnten in den 1980er Jahren gemeinsam mit der BUND-Jugend vor den Gefahren des Giftmülls.


Wasserverschmutzung

Nicht nur Plastik, sondern auch andere Stoffe wie Öl richten nachweisliche Schäden in den Meeren an. Ein aktuelleres Beispiel ist die Ölkatastrophe nach dem Blowout der Bohrplattform Deepwater Horizon des Ölkonzerns Shell im Golf von Mexiko im Jahr 2010. Die Folge: geschätzte 800 Millionen Liter Öl strömten ungefiltert ins Meer. Diese Ölpest zog die Flora und Fauna des Meeres stark in Mitleidenschaft. Ein lokaleres, deutlich früheres Beispiel ist die Verschmutzung der Emscher seit dem 19. Jahrhundert. Die massive Verunreinigung durch die Abwasser aus Kraftwerken und Stahlfabriken gaben diesem Nebenfluss des Rheins den Beinamen „dreckigster Fluss Europas“. Die in den 1990er Jahren begonnene Renaturierung der Emscher ist immerhin ein Lichtblick im Kampf gegen die Wasserverschmutzung und für mehr sauberes (Trink-)Wasser. Und auch der Rhein galt lange Zeit als ‚toter Fluss‘. Ab den 1980er Jahren wurden Maßnahmen zur Verbesserung der Wasserqualität des Rheins ergriffen – nicht zuletzt aufgrund der vielen Proteste, die auf den desolaten Zustand des Rheins hinwiesen.


Waldsterben

Alarmierende Nachrichten melden, daß unser Wald in erschreckender Geschwindigkeit zu sterben beginnt. Es ist Eile geboten, Lösungen zu finden, welche die Gefahr des Waldsterbens mit allen daraus folgenden Konsequenzen abzuwenden in der Lage sind.“

Stiftung Mittlere Technologie: Vorwort, in: Hermann Graf Hatzfeldt (Hg.): Stirbt der Wald? Energiepolitische Voraussetzungen und Konsequenzen, Karlsruhe 1982.

Waldsterben war das Thema der 1980er Jahre, für Zeitgenoss*innen eine wahre Epidemie. Gründe für das Waldsterben waren vielfältig: Luftverunreinigungen, Saurer Regen, Schadstoffe in den Böden und vieles mehr. Rückblickend scheint die Sorge um den Wald zwar tendenziell als Umwelthysterie, zur damaligen Zeit aber war sie sehr real. Viele Menschen in Deutschland gingen davon aus, der Wald würde binnen weniger Jahre komplett „aussterben“. Einer der Lösungsansätze gegen das Waldsterben waren Filtersysteme für Großfeuerungsanlagen, die seit den 1980er Jahren Verwendung fanden und zu besseren Werten führten.


  • Aufkleber der Initiative "Keine Starbahn West!", Frankfurt am Main 1981/82.Urheber*in: Unbekannt Nutzung: © Quelle: https://www.hdg.de/lemo/bestand/objekt/alltagskultur-volksbegehren-startbahn.html

Lärmverschmutzung

Für eine funktionierende Wirtschaft wird eine gut vernetzte Infrastruktur und hohe Mobilität benötigt. Die Fläche, die für Straßen, Schienen oder Flughäfen in Deutschland genutzt wird, wird immer größer: Im Jahr 1992 waren dies 16.441 Quadratkilometer, 2019 bereits 18.056 Quadratkilometer (Umweltbundesamt) – Tendenz steigend. Fuhren im Jahr 1925 98.000 Tausend Autos auf deutschen Straßen, waren es 1959 bereits 3.506.000 Autos, am 1. Januar 2021 waren in Deutschland ca. 48.200.000 Autos zugelassen (Statista).

Nicht nur verschmutzt dieser Verkehr die Luft, sondern führt auch zu einer enormen Lärmbelastung: Lärm verursacht bei Menschen und Tieren gesundheitliche Probleme. Geschwindigkeitsbegrenzungen oder Lärmschutzmauern können den Verkehrslärm ebenso reduzieren wie Investitionen in den öffentlichen Nahverkehr und der Ausbau von Radwegen.


Luftverschmutzung

Inhalt: Das Regierungsprogramm der SPD. Mitschnitt des außerordentlichen Kongresses der SPD in Bonn (1961).

Urheber*in: SPD

Nutzung: ©

Quelle: Archiv der sozialen Demokratie der Friedrich-Ebert-Stiftung

Der Himmel über dem Ruhrgebiet muss wieder blau werden“, dies war eine der Forderungen von Willy Brandt und der SPD, vorgetragen als Punkt 9 des Regierungsprogramms auf einem außerordentlichen Kongress am 28. April 1961 in Bonn. Die Luftverschmutzung konnte man tagtäglich sehen, rauchende Schlote stehen noch heute sinnbildlich für das Ruhrgebiet. Erst mit einer zunehmenden Thematisierung in der Öffentlichkeit und auch in den Massenmedien kam die Luftverschmutzung auf die politische Agenda. Beispielhaft stehen hierfür die eindringlichen Plakate des Graphikers Klaus Staeck. Aber es sollte noch Jahrzehnte dauern, bis der Himmel über dem Ruhrgebiet wieder blau war.


Globale Erwärmung

Natürliche klimatische Veränderungen gab es in der Vergangenheit immer wieder, aber diese gingen so langsam vonstatten, dass die Lebewesen sich zumeist den Veränderungen anpassen konnten. Heute ist es der Mensch, der für die Erderwärmung verantwortlich ist. Treibhausgase, die durch Landwirtschaft, Verkehr oder Energiegewinnung entstehen, erwärmen die Erdoberfläche und lassen die Temperaturen zügiger ansteigen – eine Anpassung wird schwieriger. Viele Pflanzen und Tiere fallen schon heute der Erderwärmung zum Opfer. Der steigende Meeresspiegel und die Ausbreitung der Wüste sind nur zwei Phänomene, die unmittelbare Auswirkungen haben auf Menschen und Umwelt.

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Inhalt: Treibhauseffekt und Ozonabbau. Graphiksammlung zur Klimaproblematik, hg. vom Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland e. V. (BUND) (1989).

Urheber*in: BUND

Nutzung: ©

Quelle: AAJB, MC 3827

Dass es ökologisch fünf vor zwölf ist, versuchte der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland e. V. (BUND) in einer Broschüre zu Treibhauseffekt und Ozonabbau im Jahre 1989 deutlich zu machen. Gerade der Verbrauch von Kohle, Öl und Gas als Energiequellen steige stetig, ebenso der Ausstoß von CO2. Die Erderwärmung könne, wenn es so weitergehe, bis 2100 um 3 Grad Celsius steigen, so die eindringliche Warnung.

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Inhalt: Broschüre SPD-Bundestagsfraktion (Hrsg.): Was wir selbst gegen Treibhauseffekt und Ozonloch tun können, Bonn 1993.

Urheber*in: SPD-Bundestagsfraktion, Bernhard Gratzla (Text), Petra Bauer/Cicero Werbeagentur (Gestaltung)

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Quelle: AAJB, BRO A 458

Jeder kann etwas gegen die Erderwärmung tun: Der Konsum von saisonalen, regionalen Produkten oder weniger tierische Lebensmittel wären schon ein Anfang. Der Umstieg vom Auto auf den öffentlichen Nahverkehr oder das Fahrrad könnte eine weitere Stellschraube für eine Schonung der Umwelt sein. Und eine solide Wärmedämmung und Überlegungen zur optimalen Energieversorgung und -einsparung im eigenen Haushalt können helfen. In dieser Broschüre der SPD aus dem Jahr 1993 wurden den Bürger*innen solche und weitere Ansätze vorgeschlagen, um selbst im Kleinen umweltpolitisch aktiv zu werden.


Tierschutz und Artensterben

Die ersten Tierschutzbewegungen entstanden bereits im 19. Jahrhundert, beispielweise der Tierschutzverein Dresden 1839 und Umgebung e. V. Die Stimmen der Tierschützer waren aber zunächst noch leise. Erste Ansätze zu einem juristisch legitimierten Tierschutz finden sich im Reichsstrafgesetzbuch 1871. Im Grundgesetz der Bundesrepublik Deutschland wurde der Tierschutz allerdings erst 2002 verankert, in der EU-Verfassung dann 2004.

In den 2000er Jahren machten Tierschutzorganisationen insbesondere durch Aktionen gegen einzelne Unternehmen auf Tierschutzfragen aufmerksam. Tierbefreiungsaktionen aus Pelzfarmen, Legebatterien oder Versuchslaboren gehör(t)en zu den radikalen Protestformen von Tierschützer*innen.

Aber nicht nur Tierversuche und Tierquälerei sind Themen, die Tierschützer*innen bewegen, sondern auch das Artensterben. Die Folgen der industriellen Landwirtschaft sind weitgreifend und verheerend: Monokulturisierung, Verschmutzung der Umwelt durch den Einsatz von Pestiziden und immer mehr Landnutzung für Ackerbau und Viehzucht. All dies führt zu einem Zurückdrängen der Tier- und Pflanzenwelt. Schätzungsweise sterben jeden Tag rund 150 Tierarten aus. Es ist das größte Artensterben seit dem Verschwinden der Dinosaurier, so Christoph Heinrich vom World Wide Fund For Nature (WWF).

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Inhalt: Sonderdruck des Vortrags „Tierschutz als Erziehungsaufgabe“ von Erhard Schneckenburger anlässlich einer Feier des Tierschutzvereins, Stuttgart 1946.

Urheber*in: Erhard Schneckenburger

Nutzer*in: ©

Quelle: AAJB, MC 1838

Auch sozialistische Gruppen der Arbeiter*innenjugendbewegung beschäftigten sich mit Tierschutz. Ein frühes Beispiel dafür findet sich in einem Vortrag von Erhard Schneckenburger aus dem Jahr 1946. Der Leiter der Abteilung für Volks-, Mittel- und Sonderschule im Kultusministerium Baden-Württemberg und Mitbegründer der sozialistischen Kinderfreundebewegung forderte darin, den Tierschutz als Schulfach zu einzuführen. Die Ehrfurcht vor der Natur und den Tieren sollte auf diese Weise schon im Kindesalter gelernt werden.